Stockholm Calling

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10 Okt 2013 in Reisen

Author : groovy

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Stockholm? Definitiv Groovy!!! Quasi mein Wohnzimmer und eine DER Städte der Musik. Natürlich denkt man sofort an ABBA und die Generation der 90er an Britney Spears und N’SYNC und die noch jüngeren an Loreen – jaaaaa, die gab’s und wir haben sie fast alle gehört, auch wenn wir uns heute dafür schämen mögen. Und all das ist zum Großteil in dieser kleinen großen Stadt im hohen Norden entstanden. Denn die Schweden haben einfach ein Gefühl für Musik – na sagen wir mal für Populärmusik. Also die, die bei 13jährigen gut funktioniert. Und was nicht vergessen werden sollte – ihr kennt wahrscheinliche alle Spotify? Ohne könnte ich musikalisch gar nicht mehr zurechtkommen. Also Spotify – wer hat’s erfunden? Genau, die Schweden! Woran liegt’s? Begeben wir uns auf Ursachenforschung und bedienen wir uns dabei ungehemmt einiger Klischees.


Theorie 1 – Die ständige Suche nach Alkohol

Der Schwede ist ständig auf der Suche nach Alkohol und das muss er auch, denn mal eben zum Späti ist hier nicht und im Supermarkt bekommt man nichts außer einem Leichtbier, das den Namen Bier nun wirklich nicht verdient. Also muss man zum Systembolaget, wo die Preise alles andere als erträglich sind. Im Bestfall hat man gute Freunde, die einem ein Fläschchen Alkohol aus dem Duty Free mitbringen oder man fährt übers Wochenende mit der Fähre nach Finnland und nutzt die 2 Nächte auf hoher See zum Auftanken. Wenns gar nicht anders geht, muss halt der Selbstgebrannte ran *brrrrrr*. Wozu führt das alles? Die Schweden lassen sich zulaufen, sobald es geht. Das wiederum senkt die Hemmungen und regt die Fantasien an – vielleicht auch die musikalischen?


Theorie 2 – Der verdammt lange und harte Winter

Genießt den Oktober Mädels, solange er schön ist! Geht raus in die Stadt, in die Natur oder wo auch sonst es euch so hintreiben mag, aber tut es jetzt. Denn ab November ist hier zappenduster. Es wird schlagartig kalt, fängt an zu regnen. Der Regen geht irgendwann über in Schnee, was nichts daran ändert, dass es quasi immer dunkel ist. Gerade im Dezember kann es einem passieren, dass man nach einer durchfeierten Nacht gar kein Tageslicht mehr erhascht. Und der Winter ist sehr sehr sehr lang. Wozu führt das alles? Der Schwede geht kaum noch aus dem Haus, hat Langeweile und sucht nach häuslichem Zeitvertreib – vielleicht auch einem musikalischen?


Theorie 3 – Der Schwede an sich muss immer hipp sein

Das ist eine unumstößliche Tatsache, die sich mir in 6 Monaten Studium in Stockholm und darauf folgenden regelmäßigen Stippvisiten in den letzten 13 Jahren immer wieder bestätigte. Er mag vielleicht ein bisschen gelangweilt und zuweilen auch arrogant dreinschauen, dabei auch ziemlich maulfaul und manierentechnisch nicht so ganz auf der Höhe sein, aber er ist immer cool angezogen. Darauf legen sowohl Männ- als auch Weiblein grössten Wert, auch wenn der weniger Trendbewusste den Stil aktuell mit Schmuddeligkeit verwechseln mag. Und die passenden Accessoires fehlen ebenfalls niemals. Die technischen sind derzeit noch alle mit einem kleinen Apfel behaftet, wohingegen die langweiligen weißen Originalkopfhörer dieser Geräte gegen trendigere In-Ear-Headphones mit plattgeklopftem Kabel ausgetauscht werden. Ihr habt Beats by Dr. Dre? Ihr seid so out! Aber ich schweife ab. Wozu führt das alles? Der Schwede ist trendy und er ist so trendy, dass das in Stockholm schon wieder Mainstream ist. Was liegt da näher als trendy Musik zu machen, trendy Songs zu schreiben, die dann doch den Mainstream erreichen?
Aber genug der Ursachenforschung. Stockholm ist Musikmetropole und groovygecheckt und dabei darf ABBA natürlich nicht fehlen! Immerhin hat vor wenigen Monaten ein eigenes Museum dazu aufgemacht.


Das ABBA-Museum

Mitten auf der wunderschönen Insel Djürgarden, direkt neben dem Freiluftmuseum Skansen liegt das ABBA Museum. In der Straßenbahn ist das Ereignis bereits groß angekündigt und so entsteht schonmal Vorfreude. Interaktiv soll es ja auch sein, also sollten die Stimmbänder vorher geölt werden. Erster Eindruck? Ich hasse es, wenn ich einen Timeslot in einem Museum zugewiesen bekomme. Das schreit schon vorab nach Menschenmassen und so kommt es dann auch. Alle 15 Minuten steigt eine 20jährige Schwedin auf einen Counter und brüllt der nächsten Gruppe an ABBA-Jüngern die Instruktionen entgegen. ABBA-Jünger muss man schon sein, denn mit 22 EURO Eintritt sind schon eine Ansage. Ich habe Glück, dass ich das ganze geschenkt bekomme. Dann geht man die Treppe hinunter und wenn man – so wie ich – Pech hat, kommt einem erstmal ein Gegenstrom an Menschen entgegen und  man bleibt im Treppenhaus stecken. Das ist die Stelle, an der ich eigentlich auch schon wieder hätte gehen können. Aber ich wollte dem ganzen eine Chance geben. Die Ausstellung an sich ist spannend aufbereitet und sehr interaktiv. Mit der Eintrittskarte gibt es einen Code und den scannt man bei Karaoke, Bühnenshow, Tanzeinlage, Quiz etc. ein. Zu Hause kann man sich dann die Ton- und Filmaufnahmen ansehen. Wenn man den dran kommt. Wir haben uns so durchgewurschtelt, hatten beim Karaoke aber keine Chance, weil die 3 Kabinen hoffnungslos überfüllt waren. Dafür haben wir eine sensationelle Choreografie nach Dancing Queen hingelegt und die kleine Tanzfläche gesprengt. Hier haben vor allem die Mittfünfzigerinnen Spaß – die jüngeren Schweden kommen leider nicht so aus der Hüfte, so dass man sich an der ein oder anderen Stelle schon sehr beobachtet vorkam. Aber egal – Spaß ist, was man selbst draus macht. Alles in allem kann man das Museum schonmal machen, aber vielleicht in nem Jahr, wenn die Preise sich normalisiert und der Besucherstrom etwas abgeebbt ist.


Aber auch ohne einen Besuch im Museum lohnt sich Stockholm musikalisch sehr. In SoFo gibt es noch viele kleine Shops mit Vinyl und auch sonst findet man Tonstudios oder ausgezeichnet bestückte Zeitungsläden. Man muss einfach nur die Augen offen halten. Dann erschließt sich auch eine Musiklandschaft, die über den schwedischen Mainstream hinausgehen. Dafür muss man allerdings ein bisschen Geduld haben. Hier noch ein paar Inspirationen:


Und zum Schluss noch eine musikalische Anregung:
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